Kigali, Kugellager, Getriebewelle und Samosa 06.09.18

Am 06.09 erreichen wir Kigali. Eine kleine, überschaubare, moderne, grüne und saubere Stadt. Erst suchen wir die Gasfüllstation auf. Man erklärt uns, dass man eigentlich in einem Büro, das nicht vor Ort ist, erst bezahlen müsse, bevor man die Gasflaschen auffüllt. Aber Fanni, die hübsche Managerin aus Kongo, hat mit uns erbarmen und die Flaschen sind schnell aufgefüllt. Juhui, beide Flaschen sind wieder voll.

Gasflaschen und freundliche Managerin

In der Nähe finden wir eine mechanische Werkstatt, Werni möchte gerne neue Muttern und Sicherungsringe für meine Welle des 4×4 Getriebes machen lassen. Dort machen wir Bekanntschaft mit einigen Mechanikern, die viele Fragen zum Auto und zu unserer Reise haben. Nach dem Abschiedsfoto machen wir uns auf den Weg zum Mamba Hotel. Unterwegs halten wir am Gemüsemarkt, es wird ein fröhliches und lustiges Einkaufen bei den Marktfrauen, mit frischen Ananas, Gurken, Tomaten, Kartoffeln und Bananen erreichen wir den Mamba Club. 10‘000 Ruanda Franc für Camping mit warmer Dusche. Es hat einen Pingpongtisch, Billardtisch, ein Beachvolleyballfeld und ein Swimmingpool. Nur die Bowlingbahn ist kostenpflichtig. Für die Kinder gibt es einen schönen Spielplatz. Am Abend ist der Club gut besucht, es wird bis in die Nacht Beachvolleyball oder Bowling gespielt. Es wird uns hier sicher nicht langweilig, auch steigen hier viele Touristen ab. Wir bleiben drei Nächte im Mamba Hotel. Wir machen einen Abstecher in die Stadt, um einzukaufen, nochmals wegen den Muttern zu schauen und besuchen das Memorialmuseums des Genozid von Ruanda. Das Einkaufen ist kein Problem, denn überall gibt es Supermarkets. Wegen den Muttern klappern wir einige Geschäfte ab. Wir landen bei einem Inder, der einen grossen Autoersatzteile Shop hat. Akshay erzählt uns, dass er hier geboren wurde und während des Krieges (Genozid 1994) mit den Eltern nach England flüchten musste. Jetzt ist er wieder hier und arbeitet im Geschäft von seinem Vater. Wir tauschen unsere Waths up Nummern aus, Werni bekommt noch eine Büchse Lagerfett, die der Old Monk mit seinen vielen Schmiernippeln gut gebrauchen kann. Harald ein Deutscher hört, dass wir eine gute mechanische Werkstatt suchen und gibt uns Armin Weikl’s Garage an, die gleich um die Ecke liegt. Super wieder einen Schritt näher auf unserer Suche. Im Genozid Museum besuchen wir die Massengräber. Drei Reihen, jeweils drei riesige Betongräber, manchmal mit Blumengestecke drauf oder einzelne rote Rosen. Hier gedenkt man den vielen Toten. Schwarze Platten mit vielen Namen. Man kann sehen, dass viele den gleichen Nachnamen trugen. In diesen schrecklichen drei Monaten sind ganze Familien ausgelöscht worden. Traurig…sehr traurig. Wir wollen nicht ins Museum. Uns war das Genozid Museum in Yerevan (Armenien) noch in trauriger Erinnerung (Silvana besucht das Museum einige Tage später allein). Nach einer kurzen Kaffeepause im Museumsrestaurant, machten wir uns nachdenklich auf den Weg zurück zum Mamba.

Memorial

Mit einem Abstecher in die Garage, die uns Harald angegeben hatte. Der Chef Armin hört Werni interessiert zu. Werni erklärt, wo unser Old Monk überall seine Probleme hatte und dass er dringen einen Service brauche. Armin meint es sei kein Problem hier auf dem Gelände der Garage zu bleiben und das Auto abzuchecken. So machen wir ab, dass wir am nächsten Tag kommen werden. Er hat uns zu verstehen gegeben, dass er kein Geld dafür erwartet. Cool…vielen Dank!

Kigali

Am 09.09 fahren wir in die Garage. Es ist eine grosse Garage und bald erfahren wir, dass vor drei Monaten noch die alte Garage aus Backsteinen dagestanden ist. Die Hauptgebäude der Garage wurden modernisiert und man sieht, dass es rundum noch einiges zu tun gibt. Altes Eisen (Getriebe – Motorenteile, Autos, Blechdächer u.s.w) muss noch weggeführt werden, die Gartenarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, auch fehlt noch ein grosses schönes Schild mit dem Namen der Werkstatt: Garage Weikl. Aber was bis anhin geleistet wurde, lässt uns doch staunen. Werni muss das Viermalviergetriebe zum neunten Mal runter nehmen. Dort macht immer die gleiche Welle mit Kugellager Probleme. Er will herausfinden was es genau ist. Auch im normalen Getriebe sitzt ein Kugellager locker man kann die obere Welle bewegen, was ernst genommen werden muss. Wenn das Lager beschädigt ist und die Kugeln ins Getriebe geraten, dann können wir im wahrsten Sinne des Wortes zusammenpacken. Er möchte auch die Bremsbeläge bei der hinteren Brems ersetzten. Silvana widmet sich in der Wäsche, den dreckigen Schuhen, dem Kochen, dem Einkaufen, dem Samosa besorgen, hilft das Getriebe runterzulassen und es wieder raufzuziehen (in Marsabit hat Werni im Innern des Buses ein 20×20 cm Loch herausgetrennt, damit man das Getriebe leichter runterlassen kann – Spannset lässt grüssen) und hilft Michi bei den Schulaufgaben. Michi arbeitet fleissig für die Schule, liest viel und hilft auch Werni. Ein flinke rechte Hand kann man immer brauchen. Wir bleiben insgesamt sechs Nächte. Am 15.09 fahren wir mit einem geräuscharmen, voll reviederten Old Monk Richtung Tansanien.

Garage Weikl….danke nochmals Armin

In Rusumu im Hotel Mount Fuji 1347m manchen wir noch einen Übernachtungshalt, bevor es über die Grenze geht.

An der Grenze zu Tansanien

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